Alle Artikel von Twizy

Ich bin ein Twizy mit Jahrgang 2012. Seit 2013 sind Xaver und ich ein Team, sommers wie winters.

Endlich Nachtruhe vor/in der Jugendherberge

Eintrag ins Twizytagebuch vom 09.06.2017

Kurz nach 22 Uhr kommt Xaver zurück und es geht Richtung Jugendherberge. Wieder quer durch die Stadt. Zum Glück hat es weniger Verkehr. Ohne Verfahren (oh welch ein Wunder) kommen wir kurze Zeit darauf an. Ich platziere mich direkt vor dem Ausgang. Xaver zieht sich in seinem Zimmer mit Martin, einem Zerofahrer (ein Zweirädler). Gute Nacht.

Ankunft in Zürich beim ETH-Gebäude

Eintrag ins Twizytagebuch vom 09.06.2017

Wo führst du mich hin? Kreuz und quer, mit vielen Umwegen. Und schon wieder Umleitungen. Es ist schon schöner, übers Land zu fahren. Ich freue ich auf morgen. Wir fahren dem Bodensee entlang. Aber zurück zum hier und jetzt. Endlich kommt die ETH in Sicht. Schnell meine Startnummer 40 gefasst und ab zur Ladestelle. Ich bin der erste am Stecker. Xaver hat nun Informationsveranstaltungen. Ich darf mich erholen.
Nachtrag: zwei seiner Töchter belächeln danach seine geografischen Kenntnisse (sie drücken es etwas anders aus, das ich hier nicht diktieren möchte.

Dies ist mein grösster Konkurrent 😁

Zwischentanken für uns beide

Eintrag ins Twizytagebuch vom 09.06.2017

Wow, ist das schön, so gemütlich übers Land zu cruisen. Daran könnte ich mich noch gewöhnen. Und auch schon die nächste Ladestelle vor Augen. Nein, das auch noch! Eine Umleitung. Alles, was ich vorhin nach oben gefahren bin, geht’s nun wieder runter, um später wieder rauf zu gehen. Das schätze ich gar nicht.
Wo bist du, Ladestelle? Xaver, mein Fahrer telefoniert der angegebenen Telefonnummer. «Das ist das Haus meines Sohnes. Ich weiss nicht, ob er zuhause ist und ob er überhaupt noch eine Steckdose zur Verfügung stellt.» Und ich habe nur noch zwischen 10 und 20% Saft! Ab ins nächste Restaurant und fragen, ob’s Essen und Strom gibt. Diesmal bin ich wichtiger: ohne Strom kein Essen, haha. Schon beim ersten Restaurant haben wir Glück. Es klappt.

Start als Packesel

Eintrag ins Twizytagebuch vom 09.06.2017

Heute starten wir. Es geht auf die Wavetrophy. Was, das muss ich alles mitnehmen! Mein Fahrer füllt doch tatsächlich den Beifahrersitz mit Gepäck. Ich bin doch kein Lastesel! Aber ich mache gute Miene zu diesem Spiel.

Ich freue mich richtig auf diese Tour. Endlich mal ein grosses Abenteuer und nicht nur die kurzen Fahrten von maximal 40km an einem Tag.
Mit vollen Akkus geht’s ab um 11 Uhr.

Piercing für Twizy

Eintrag ins Twizytagebuch vom 05.06.2017

Ich soll zwei Piercings bekommen. Wo, das verrate ich heute noch nicht. Sie sind auch noch nicht fertig. Xaver, mein Fahrer, hat gestern mehrere Stunden daran gearbeitet. Obs dann auch wirklich so wird, wie er sich das vorgestellt hat, mmmh . Ich setze da noch ein paar kleine Fragezeichen. Ich hoffe einfach, dass er mich nicht allzu sehr verschandelt (wie gewisse Promis sich mit Botox und Straffungen verschandeln lassen) .

Heute kontrollieren wir nochmals die Liste, ob nun alles vorhanden ist, was wir zur Reise brauchen. Bis jetzt sieht es nämlich gut aus.

Was mich freut, sind die Wettervoraussichten. Es sieht nach sonnig und warm aus .

Twizy und die Tremola

Eintrag ins Twizytagebuch vom 28.05.2017

Die Gedanken, die mein Fahrer Xaver momentan hat, sind der Gipfel .

Was ist passiert?
Heute hat er seine Goldwing hervorgenommen. Laut Internet sind die Pässe Gotthard, Nufenen und Furka schneefrei. Also macht er sich auf den Weg. Nach einem kurzen Kaffeehalt auf dem Gotthard fährt er weiter Richtung Airolo. Dort sieht er die Tafel “Nufenenpass gesperrt”. Also zurück. Da er mal etwas davon gehört hat, dass die Wavetrophy-Route auf der geschichtsträchtigen Tremola (= alte Passstrasse) hochfährt, beschliesst er, dies nach Jahren wieder einmal zu tun. Wie Xaver da über die Pflastersteine die Passstrasse emporfährt, schüttelt er sich den Kopf. “Mit dem Twizy wird das ja eine Fahrt wie mit dem Presshammer! So wird man durchgeschüttelt. Das Feeling wird gleich sein, wie es die Gäste auf den Kutschenfahrten vor 100 Jahren hatten. Wie wäre es, wenn ich mein Auto mit einem anderen Fahrer, z.B. einem Teslafahrer, für diese Strecke tauschen würde?” Er meint tatsächlich, dass sich die Fahrt mit einem Tesla über Pflastersteine wie Fahren auf Wolken anfühlen würde. Und dabei ist ein Tesla auch nur ein Auto. Zugegeben mit besserer Federung, Heizung/Klimaanlage (hilfreich bei kalten und heissen Tagen) und mehr Reichweite. Dafür können sich zwei Twizys einen Parkplatz teilen .

Zum Glück sind das nur Gedanken von ihm. Unser Ziel ist es, gemeinsam zu starten und auch gemeinsam heil am Ziel anzukommen. Mit vielen schönen und guten Eindrücken von der schönen Schweiz .

1. WAVE-Briefing in Beckenried

Eintrag ins Twizytagebuch vom 27.05.2017

Ich bin so richtig nervös. Heute sehe ich zum ersten Male einen Teil meiner “Gegner”. Gegner ist irgendwie nicht das richtige Wort. Wir sind eine grosse zwei-, drei- und vierrädriger Gruppe von 112 Fahrzeugen und eine noch grössere Zweibeinergruppe mit rund 210 Personen. Das Ziel ist nicht, möglichst schnell die Strecke zurückzulegen, sondern an verschiedenen Orten Wettbewerbsfragen zu beantworten. Das beruhigt mich übrigens ungemein. Denn, wenn wir nicht Sieger werden, bin nicht ich schuld, sondern mein Fahrer Xaver . Also Simone und Sarah, wendet euch mit eurer Bestellung des 1. Preises an Xaver!

Ich, der Twizy, mit den Muotathaler Töfflis

Aber von vorne. Xaver und ich haben geplant, via Gersau mit der Fähre nach Beckenried zum Restaurant Burestadl zu fahren. Dafür machen wir uns kurz nach 8 Uhr auf den Weg. Lieber eine Viertelstunde zu früh als eine Minute zu spät. Nach dem Parkieren auf dem Fährgelände werde ich schon bald fotografiert. Ein weiterer Teilnehmer der Wavetrophy mit seinem Velo macht ein Foto von mir. Wow .  Ich bin stolz. Eine Gruppe Töfflifahrer aus dem Muotathal sind auch am Warten. Xaver unterhält sich mit ihnen. Es sind aktuelle und ehemalige Schüler von ihm, die einen Ausflug nach Stans machen. Ich geniesse die Überfahrt. Es ist schön vorwärts zu kommen, ohne sich anzustrengen.

Nach der kurzen Überfahrt und der noch kürzeren Anfahrt (fast hätte Xaver die Einfahrt zum Restaurant übersehen ) bekomme ich neuen Strom aus der Steckdose und Xaver einen Kaffee. Beide sind zufrieden und geniessen das schöne Wetter und die Sicht auf den See. Hier schütteln sich auch Sandro, Anita und Xaver die Hände. Momentan ist noch überhaupt kein Konkurrenzdruck zu erkennen.

Twike und ich beim Stromtanken

So gegen 10.30 Uhr beginnt die Informationveranstaltung. Rund 60 Teams sind anwesend. Hier erfährt Xaver nun, dass er die Hauptverantwortung für den 1. Preis trägt. Die Fahrer werden über diverse wichtige Punkte aufgeklärt. Sie stellen sich dann auch noch kurz vor. Das Votum von Xaver (Schwyzer dürfen nur kalt duschen wegen dem Nein bei der Energieabstimmung) führt zu einem Gelächter. Es wird allgemein viel gelacht. Der Humor scheint bei allen FahrerInnen ein wichtiger Punkt zu sein. Super .

Nach der Veranstaltungen fahren die einen nach Hause. Andere bleiben im Restaurant. Und wieder andere  besuchen den “Electro Fun Day”. Wir gehören zu letzeren. Während ich mich auf dem Parkplatz erhole, schaut sich Xaver die E-Velos und E-Töffs an. Als Goldwinger lässt er sich nicht so richtig überzeugen, sodass er sofort umsteigen würde. So bequem wie eine Goldwing ist definitiv keiner der vorgestellten E-Töffs.

Nach Thai-Curry-Reis und Thai-Hot-Chili-Sauce machen wir uns wieder auf den Rückweg (der gleiche wie vorher).

Nun freuen wir uns, in zwei Wochen in Zürich zu starten .

Hier noch ein paar Bilder von anderen Vierrädlern:

Meine neue Beschriftung: meeeega coool

Eintrag ins Twizytagebuch vom 24.05.2017

Gestern war es soweit. Mein Fahrer hat mich zu Mario gebracht, um mich zu beschriften. Gut sehe ich jetzt aus .

Jetzt muss ich mich aber besser benehmen. Vorher war ich neutral. Niemand wusste, woher ich komme. Jetzt ist das anders. Ich vertrete eine Schule nach Aussen. Das verpflichtet. “Falsch parkieren” oder “rowdymässig fahren” liegt nicht mehr drin .

Kalt duschen wegen Energieabstimmung

Eintrag ins Twizytagebuch vom 22.05.2017

Die Abstimmung hat direkte Auswirkungen auf meinen Fahrer Xaver. Wir wohnen in Illgau, im schönsten Ort des Kanton Schwyz. Man nennt Illgau auch das Sonnendorf auf der Sonnenterrasse.

Der Kanton Schwyz hat ja sowohl das eidgenössische Energiegesetz als auch die Kantonale Abstimmung zur Initiative “PlusEnergiehaus” abgelehnt.
Wie mein Fahrer nun aus internen Kreisen erfahren hat, wird er als Strafe, dass er im Kanton Schwyz wohnt, während der ganzen Trophy nur kalt duschen dürfen. Ich befürchte, dass er sich eine Woche lang nicht waschen wird, wenn diese Drohung wahr gemacht wird. Dann leiden alle: Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die in demselben Zimmer schlafen müssen. Am meisten werde aber ich leiden müssen .

Das Kalt-duschen ist weiter nicht schlimm. Ich werde immer kalt geduscht. Oder hast du mich jemals schon mit warmen Wasser sauber gemacht? Auf jeden Fall erinnere ich mich nicht mehr daran. Und es schadet dir auch nicht. Du besuchst ja zweimal pro Woche die Sauna und springst dort ins Kaltwasserbecken. Oder erzählst du mir Lügen?

Preise für die Trophy

Eintrag ins Twizytagebuch vom 21.05.2017

Die Wavetrophy lässt meinen Fahrer schon nie in Ruhe. Sogar während des Goldwingausfluges heute macht er sich darüber Gedanken. Er hat nämlich die Preise entdeckt. Die ersten drei Preise sind Nikonkameras. Er hat zwar schon eine. Seine jüngste Tochter hat aber sofort eine für sich reserviert . Aber sie hegt da gewisse Zweifel, dass er (mein Fahrer ist gemeint) einer der Auserkorenen sein wird.

Das sind aber nicht seine Gedanken gewesen. Er erinnerte sich an früher, als er noch an sportlichen Wettbewerben wie Schülersporttage und Skirennen oder Luftgewehrschiessen teilgnommen hatte. Bei diesen Wettbewerben gab es immer einen Trostpreis für den letzten. Dieser Preis war reserviert. Der Rangliste nach konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Preis auf dem Gabentempel auswählen, wie heute bei den Schwingfesten. Nur den Trostpreis durften sie nicht nehmen. Vielfach war es nicht der schlechteste Preis.
Xaver überlegte sich tatsächlich während des Fahrens, ob es nun auch einen solchen Trostpreis für den letzten gibt. Je nachdem würde er sich nämlich dafür opfern . Und ich habe dazu nichts zu sagen, hä (den Ausdruck “Hä” bekomme ich sehr oft im Muotathal zu hören. Er bedeutet je nach Zusammenhang “wie bitte” oder ist die Verstärkung des Vorangesagten). Ich möchte mindestens den Daimler (Startnummer 66) von Sandro Patierno einmal schlagen, am liebsten bei der Speed Trophy in Ulrichen.