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Ich bin ein Twizy mit Jahrgang 2012. Seit 2013 sind Xaver und ich ein Team, sommers wie winters. Ab 13.10.2022 gehöre nun auch ich, ein Microlino, zur Familie.

Reichweitentest in den Alpen

Eintrag ins Twizytagebuch vom 05.05.2017

Ich, oder besser gesagt Xaver, wollte schon lange einmal wissen, wie weit ich komme, wenn es fast nur bergauf geht. Er will mich an meine Leistungsgrenze bringen.
Die Anfrage von meinen anderen beiden Geschwistern aus Deutschland ist nun der Auslöser für diese Ausfahrt. Wir, dh. Trudi, Xaver und ich, machen uns am Donnerstag, 04.05.2017, am Vormittag auf den Weg. Geplant ist Andermatt als Ziel und dort zu schauen, wie viel Reserve noch vorhanden ist. «Gewichtsmässig» sind wir mit rund 160kg Zusatzgewicht unterwegs: zwei Personen mit ca. 150kg und ca. 10kg Gepäck. (Wer wie viel wiegt, wird hier nicht verraten )
Gegen 10 Uhr starten wir mit vollem Akku Richtung Erstfeld. Dort machen wir den ersten Halt. Zugleich ist das die letzte offizielle Stromtankstelle vor der Steigung nach Andermatt. Die Anzeige ist auf 51% zurückgegangen. Das heisst: wir haben für rund 36km 49% Akku verbraucht. Ich werden langsam nervös. Meine Besitzer machen es sich gemütlich, während ich Strom tanke. Sie geniessen  Kaffee und Gipfeli, wie auch einen Spaziergang durchs Dorfzentrum.

Nach über einer Stunde machen wir uns mit 91% Akku an die Bergfahrt. Laut Lade-App gibt es in Göschenen die nächste Ladestelle. Aber das ist ja nicht unser Ziel. Bis Andermatt sind es ja laut Google-Maps «nur» 27.7km und 1045 Höhenmeter. Zügig geht es «obsi». In Göschenen sieht es noch gut aus. Also, auf in die letzte vorgesehene Steigung. Es sind zwar nur 6km von Göschenen nach Andermatt. Aber die Prozentstriche nehmen nun merklich ab. Bei der Teufelsbrücke sind es nur noch zwei (20% Akku). Wann ist es auf 20% zurückgefallen? Reicht es noch bis zum Bahnhof? Dort soll es eine Steckdose geben. Uff, wir sind angekommen. Doch, wo ist die Steckdose? Wir finden sie nicht. Es ist auch eine einzige Baustelle rund um den Parkplatz. Wir fahren weiter ins Dorf. Da entschliessen wir uns, nach Göschenen zurückzufahren. Kurz bevor wir Ende Dorf den Kreisel erreichen, piepse ich. Das heisst, wir haben noch 10% Akku, laufen also auf absoluter Reserve. Aus Erfahrung weiss ich, dass es bald Schluss ist. Zum Glück geht es fast nur noch runter. Ich kann also ein bisschen rekuperieren, dh. nachladen.

Wir haben wieder zwei Striche , dh. 20%. Göschenen ist erreicht. Nun geht es auf die Suche nach der Ladestelle. Irgendwo beim COOP muss sie sein. Ein freundlicher Einwohner zeigt sie uns. Leider ist es keine öffentliche Ladestelle. Es braucht einen Schlüssel und ein Abonnement. Beides haben wir nicht. Nach kurzem Überlegen entschliessen wir uns, zum Restaurant bei der Seilbahn in Intschi runterzufahren. Es geht ja auch fast immer nur nach unten. Leider können wir nicht immer «rekuperieren» lassen. Wir werden sonst zu langsam. Also muss ich doch ein bisschen «Gas» geben, um nicht zur Schnecke zu werden. Beim Restaurant angekommen, gilt die erste Frage dem Nachladen des Akkus. Der freundliche Wirt stellt uns sofort eine Steckdose zur Verfügung. Gerettet . 7% sind noch übrig geblieben. Ich darf wieder an die Steckdose. Auch die Mägen meiner Insassen sind gerettet. Sie bestellen je einen grünen Salat, ein halbes Poulet mit Pommes frites dazu (und wer trägt euch heim, hä?). Das Essen ist hervorragend. Was jetzt nur noch fehlt, ist eine gemütliche Liege für sie (für ein Nickerchen).
Nach zwei Stunden, dh. bei 70% beschliessen wir weiterzufahren. Ein Aufenthalt im «römisch-irischen» Wellness-bereich wartet in Morschach auf meine Passagiere.
Meine Sicht: endlich stehen und einfach sein. Herrlich
Ihre Sicht: endlich hinlegen und erholen. Das tut gut. Nach dieser Schnarch- und Schwitzphase brauche ich auch noch Nachschub. Sie gehen in Ibach ins Latino eine Pizza essen. Währenddessen tanke ich bei der Muotagarage Strom. Wir haben nämlich nur noch 16% in der Batterie. Nach einer Stunde oder bei 51% fahren wir heim.

Fazit des Tages:
Eine Ausfahrt mit mir wird schnell mal eine Tagestour. Nicht wegen der gefahrenen Kilometer, sondern wegen der Zeit des Stromladens.

 

Interessantes zum Twizy:

InverkehrsetzungFrühling 2012
Kilometerstandfast 25'000km
Batterieimmer noch die 1.
PneuWinterpneu (2 Winter benutzt)

Twizywetter: Gibt es auch Schnee im Juni?

Eintrag ins Twizytagebuch vom 28.04.2017

Ich stehe draussen unter der Terrasse, geschützt vor Regen und Schnee. Mein Fahrer Xaver schaut zum Fenster hinaus und macht das Bild oben (die weissen Punkte sind kein Dreck auf der Linse, sondern Schneeflocken). Auf dem Nachbarhaus sind 30- 50cm Schnee auf dem Dach. Und es schneit immer noch. Xaver hat vorhin mein Zufahrtsweg mit der normalen Schneefräse frei gemacht –  twizytauglich . Aber für wie lange?

In mir kommt so richtig Freude auf . Am Nachmittag geht es mit Xaver zur Arbeit. Ich vermute, dass ich eventuell heute wieder mal unten bei der Zufahrtsstrasse bleiben darf. Draussen im Regen und Schnee ! Ist das twizygerecht? Xaver muss dann heimlaufen, weil es zuviel Schnee in und auf der Strasse hat (trotz Schneeketten). Natürlich hoffe ich stark, dass das nicht passieren wird.

Und schon denke ich wieder an die Wavetrophy. Anfangs Juni kann es ohne Probleme auf unseren Pässen Neuschnee geben. Der Furkapass ist, glaube ich, der höchste Punkt auf unserer schönen Schweizerrundfahrt. Hoffentlich lässt uns Petrus auf dieser Etappe nicht im Stich. Wobei, es gibt bei den meisten Pässen Alternativen wie Verladen auf die Bahn oder Tunnels. Aber dann wären die schönsten  und zugleich energieraubensten (an den Akku gedacht) Etappen nicht befahren worden.

Ich hoffe aber das Beste und werde Petrus auf unsere Seite zu ziehen versuchen.

Nachtrag (um 18 Uhr):
Die Strassen waren gut geräumt. Ich kam ohne Schwierigkeiten heim 

 

Batterie: genug «Saft» für Pässefahrten?

Eintrag ins Twizytagebuch vom 23.04.2017

Laut Info per Email ist die längste «stromlose» Distanz bei der Wavetrophy 63km. Da ich mich ein wenig zu kennen glaube, gibt’s da bei mir schon einige Fragezeichen hinter der gerunzelten Stirn .

Warum?
Fast jeden Montag und Donnerstag lege ich die genau gleiche Strecke zurück (sommers wie winters): zuhause – MPS Muotathal – SHP Morschach – zuhause. Am Schluss habe ich immer ca. 300 Höhenmeter zu bezwingen. Im Winter kommt es nun ab und zu vor, dass die Strasse noch nicht geräumt ist. In solchen Situationen wird es für mich sehr streng. Denn meine Räder sind nicht so weit auseinander wie bei einem normalen PW. Dann wird es sehr mühsam für mich. Dabei ist mir einmal die Puste ausgegangen und ich bin ca. 500m vor meinem Zuhause stehen geblieben.

 

Startnummer 66: Freund oder Feind?

Eintrag ins Twizytagebuch vom 16.04.2017

Mein Fahrer Xaver surft häufig auf der Webseite von Wavetrophy. Danach berichtet er meistens auf dem Weg zur Arbeit davon. Das hat er mir heute erzählt:

Ich surfe wieder einmal auf der Webseite von Wavetrophy. Mich interessieren natürlich meine «Gegner». Wobei, Gegner ist das falsche Wort. Wir können nur Gewinner sein. Denn jedes Gramm CO2, das wir nicht in unsere Natur ausstossen, ist ein Gewinn für uns und unsere Umwelt. Aber vor allem ein Gewinn für unsere Kinder und Enkelkinder.

In der Gruppe 3 entdecke ich im Swiss Knife Valley – Team einen bekannten Namen: Patierno Sandro. Gibt es zwei des gleichen Namens in der Umgebung von Schwyz? Schnell im Online-Telefonbuch nachschauen. Nein, nur ihn. Er ist mein oberster Chef. Zur Erklärung: ich bin Lehrperson des Bezirkes Schwyz (politischer Kreis im Kanton Schwyz). Er ist der Bezirksammann dieses Bezirkes (also der «Präsident» des Bezirkes Schwyz ).
Wenn ich mir seine Angabe so ansehe, habe ich «automässig» keine Chance gegen ihn. Er fährt einen Daimler B-Klasse (ich wusste gar nicht, dass die auch E-Autos haben – wahrscheinlich ist es ein Umbau. Ich bin ehrlich gesagt ein riesiger Autobanause ). Aber ich werde versuchen, ihn mindestens einmal auf der ganzen Tour mit meinem Twizy zu schlagen . So nach dem Motto einer Berner Sportlerin: «Gring achä uu secklä (eh Gas gäh)».
Aber nicht so, wie es diese Woche meiner Frau passiert ist. Sie musste noch schnell Erdbeeren fürs Dessert einer Gruppe in Schwyz einkaufen. Bei der Rückfahrt wurde sie mit dem Twizy geblitzt . Und das bei einem seit Jahren festinstalliertem Radarkasten (Grundstrasse bei Schwyz: sobald wir auswärts gehen, fahren wir an diesem Kasten vorbei). Die Rechnung ist zwar noch nicht gekommen, doch ich würde dieses Geld lieber in ein gutes Essen zu Zweit investieren – gäll Trudi! 

Also Sandro, ich freue mich auf einen fairen und kameradschaftlichen Wettkampf mit dir

Du hast gut reden, Xaver. Nicht du musst gegen den Daimler antreten, sondern ich!
Gefreut habe ich mich übrigens über den Blitz. Auch ich Kleiner kann zu schnell sein

Das Team «MPS Muotathal»

Eintrag ins Twizytagebuch vom 26.03.2017

Das Team besteht aus meinem Besitzer mit Namen Xaver und mir . Ich bin ein kleiner Renault Twizy ZE (ein Zweiplätzer für diejenigen, die keine Ahnung von uns E-Mobilen haben). Xaver hat uns beide für die Wavetrophy 2017 angemeldet.

Seit fast vier Jahren bringe ich Xaver zuverlässig zur Arbeit. Er benutzt mich bei jedem Wetter, auch im Winter. Auf dem Bild oben zieht er mir «Ketten» an. Für Illgau bin ich nicht ganz das optimale Fahrzeug. Ich gehöre nicht zu den Kraftprotzen wie die Familie Tesla. Auch meine Reichweite ist begrenzt. Ich kann meinen Arbeitsweg (hin und zurück) maximal zweimal ohne Aufladen zurücklegen. Wenn Xaver im Winter nach der Arbeit noch in die Sauna geht, wird es für mich bei schneebedeckter Strasse sogar für eine Fahrt knapp. Am Schluss stehen immer 300 Höhenmeter an . Bis jetzt habe ich meinen Besitzer erst einmal mit leerem Bauch (eh Akku) stehen lassen. Zum Glück konnte mich Trudi (Xavers Frau) mit meinem Dieselkollegen die letzten 500 steilen Meter hinaufziehen.

Im Stich gelassen habe ich ihn auch erst einmal. Vor rund einem Monat war mein Ladegerät defekt und musste ersetzt werden.

Ich hoffe nun stark, dass ich Xaver pannenlos ans Ziel bringen kann